Die Kanarischen Inseln und ihre Bewohner

Die Kanarischen Inseln liegen im Atlantischen Ozean vor der Westküste Afrikas. Zusammen mit den Azoren, Madeira und den Kapverdischen Inseln gehören sie zu den Makaronesischen Inseln. Zu den Kanarischen Inseln gehören die sieben großen Kanaren – Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera, La Palma und El Hierro. Dazu kommen auch noch ein paar weniger bekannte Inselchen bei Fuerteventura und nördlich von Lanzarote.

An der Nordost-Küste von Fuerteventura liegt die Isla de Lobos. Man kann sie von Corralejo aus besuchen, aber viel zu sehen gibt es nicht. Wenn man seine Mahlzeit nicht selbst mit sich führen möchte, sollte man sich vorher zum Mittagessen anmelden, sonst muss man möglicherweise hungrig wieder zurück fahren. Man kann auf der Insel sogar zelten, wenn man sich vorher eine entsprechende Genehmigung beim Officina de Medio Ambiente in Puerte del Rosario besorgt hat.

Nördlich von Lanzarote liegt La Graciosa. Vom Mirador del Rio hat man eine schöne Aussicht auf die Insel. Täglich verkehren Boote zwischen La Graciosa und Órzola. Allerdings richtet sich der Fahrplan dieser Boote nicht nach den Wünschen der Touristen, sondern nach den Bedürfnissen der Einwohner von La Graciosa. Es ist als durchaus möglich, dass nur abends ein Boot nach La Graciosa fährt und man auf der Insel übernachten muss. Es gibt einige kleine Pensionen, in denen man einige Nächte verbringen kann. Danach sollte man die Insel und alle Einwohner kennen.

Noch weiter nördlich befinden sich vier unbewohnte Inselchen. Bei Roque del Este und Roque del Oeste sagt es schon der Name – es handelt sich hierbei um Felsen und nicht um wirkliche Inseln. Sie haben eine Fläche von 64 bzw. 15,7 Quadratmetern. Dagegen kann man die Isla de Montaña Clara mit ihren 1,7 qkm schon als richtige Insel bezeichnen, obwohl es sich eigentlich nur um die Spitze eines Vulkan handelt. Und die Isla de Alegranza ist sogar noch größer – sie bringt es auf über 10 qkm. Alle vier Inseln gehören zu einem Naturschutzgebiet und seit dieser Zeit hat vielleicht kein Mensch mehr einen Fuß auf sie gesetzt.

Natürlich gibt es auch noch ein paar anderen kleine Felsen vor den Küsten der anderen Inseln, und einige davon haben sogar einen Namen, der auch auf der anderen Seite der jeweiligen Insel noch bekannt ist, aber die zählt man nicht als eigenständige Inseln. Obwohl einige, z.B. die Roques de Salmor oder der Roque de la Bonanza sogar außerhalb der Kanaren (einigen) bekannt sind.

Und schließlich ist da noch San Borondon – oder nicht? Die Insel soll irgendwo westlich oder südwestlich von El Hierro liegen. Aber noch kein Schiff hat sie je erreicht. Es gibt jedoch glaubwürdige Augenzeugen, die sie gesehen haben wollen und genau beschrieben haben. Allen Berichten zu Folge war das immer an klaren Tagen in den frühen Morgenstunden. Man nimmt inzwischen an, dass es sich um ein Phänomen ähnlich einer Fata Morgana handelt und sie in Wirklichkeit ein Spiegelbild von La Palma, La Gomera oder El Hierro ist.

Wenn man von den Ureinwohnern dieser Inseln spricht, fällt schnell der Name Guanchen. Das ist aber eigentlich falsch. Guanchen sind eigentlich nur die Ureinwohner von Teneriffa. Die Einwohner aller Inseln hatten ursprünglich unterschiedliche Namen.

Lanzarote (Titeroygakaet, Titoroygatra) Maho
Fuerteventura (Erbani, Maxorata) Maxoreros
Gran Canaria (Tamaran) Canarios
Teneriffa (Chinet, Achinech) Guanches
La Gomera Gomeros
La Palma (Benahoare) Benahoares
El Hierro (Ecero, Hero) Bimbaches